Berufsbegleitende Weiterbildung zur/zum Lösungsorientierten Traumafachberater/in

Die integrative Weiterbildung kombiniert ressourcenorientierte, traumapädagogische Methodik und Ansätze aus der psychodynamisch-imaginativen Traumatherapie. Schwerpunkte sind neben der Vermittlung notwendigen psychotraumatologischen Wissens Möglichkeiten der Psychoedukation, das Resilienztraining der Fachkräfte und stabilisierende Verfahren für traumatisierte Menschen. Die Lehrenden fühlen sich einem humanistischen Menschenbild verpflichtet und betonen in Ihrer Traumaarbeit das Hier und Jetzt, in die Zukunft gerichtet bei gleichzeitiger Kompetenz und Bereitschaft spontane Traumaverarbeitungsprozesse zu begleiten.

Zulassungsvoraussetzungen
Berufsausbildung: Abgeschlossene Berufsausbildung (Fachschulen) sozialadministrativer, erzieherischer oder pflegerischer Berufe (insbesondere ErzieherInnen, Pflegefachkräfte, Hebammen, ErgotherapeutInnen, PhysiotherapeutInnen, LogopädInnen o.Ä.) oder Hochschul- und Fach­hoch­schul­absolven­tInnen mit psychologischen, pädagogischen und verwandten Ab­schlüssen, z.B. Dipl.-Psycho­lo­gIn­nen und Ärz­tInnen, Dipl.-Pädago­gInnen, Dipl.-Sozial­arbei­terInnen und Dipl.-So­zial­pädago­gIn­nen, Dipl.-HeilpädagogInnen, Son­­der-Pädago­gIn­nen, LehrerInnen, Dipl.-Theo­lo­gInnen, Dipl.-So­ziologInnen oder analoge Abschlüsse (BA, MA).
Berufserfahrung: Mindestens dreijährige Berufserfahrung in einem relevanten Praxisfeld für alle Berufsgruppen (dazu zählen auch Praktika und An­er­kennungsjahre).

Umfang

5 Module à 2 Tage (pro Tag 7 Stunden inkl. Mittagspause): Traumapädagogik und Traumazentrierte Beratung

4 Termine à 3 Stunden Fallsupervision in Kleingruppen

2 Module à 2 Tage (pro Tag 7 Stunden inkl. Mittagspause): Vertiefung in Lösungsorientierte Traumafachberatung

1 Prüfungstag

Inhalte

Modul 1: Grundlagen

  • Einführung in die Psychotraumatologie

  • Begriffsklärung/zentrale Konzepte psychischer Traumatisierung

  • Traumaverarbeitung und Traumafolgestörung

  • Überblick zu traumaspezifischen Behandlungsverfahren

 

Fallsupervision 

 

Modul 2: Traumasensibles Fallverstehen

  • Systemisch-lösungsorientierte Haltung in der Traumapädagogik

  • Traumaschema und Traumakompensationsschema

  • Ressourcenanamnese
  • Traumaspezifische Beziehungsarbeit

 

Fallsupervision

Modul 3: Traumaspezifische Kriseninterventionen

  • Umgang mit dissoziativen Zuständen, selbstschädigendem und suizidalem Verhalten

  • Möglichkeiten und Indikationen zur Weiterverweisung

  • Traumapädagogische Krisenintervention

  • Unterstützung und Begleitung spontaner Traumaverarbeitungsprozesse

Fallsupervision

Modul 4: Resilienztraining und Psychohygiene

  • Arbeit mit inneren Anteilen

  • Erkennen und Reflexion eigener emotionaler Reaktionen und Handlungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung traumaspezifischer Beziehungsdynamiken (auch im Team)

  • Imaginativ-hypnotherapeutische Techniken mit Basisübungen zur Visualisierung und Externalisierung

  • Personales Resilienztraining

Fallsupervision

Modul 5: Stabilisierung

  • Kognitive Techniken (Verändern dysfunktionaler Überzeugungen, Bearbeiten von Schuld und Scham), Imaginativ-hypnotherapeutische Techniken, DBT-Techniken

  • Distanzierungs- und Kontrolltechniken

  • Selbstberuhigungs- und Selbsttröstungstechniken (Arbeit mit „inneren“ Ressourcen)

  • Screen-Technik zur Verstärkung und Verankerung real erlebter positiver Zustände (Arbeit mit „äußeren“ Ressourcen)

Modul 6: Vertiefung Traumafachberatung 1

  • Begriffsklärung und Überblick über Beratungsansätze

  • gesetzliche Grundlagen, ethische Richtlinien, Finanzierung von Beratung, Dokumentation, Evaluation und Qualitätssicherung

  • Lösungsorientierte Beratung in Anwendung für die Traumafachberatung

  • Systemische Methodik in der Beratung

Modul 7: Vertiefung Traumafachberatung 2

  • PITT im Kontext der Beratung

  • Spezielle Aspekte der Beratung von (jüngeren) Kindern

  • Traumafachberatung mit Eltern

  • Möglichkeiten und Grenzen traumazentrierter Beratung in speziellen Settings

Abschluss und Zertifikate

Die Weiterbildung besteht aus zwei Teilen. Modul 1 bis 5 umfasst die Grundlagen der Traumapädgogik und Traumafachberatung. Nach dem 5. Modul wird eine detaillierte Teilnahmebescheinigung für diesen Teil der Weiterbildung ausgestellt. In den zwei Folgemodulen erfolgt die Vertiefung für den Bereich Lösungsorientierte Traumafachberatung. Nach aktiver Teilnahme an allen Modulen und Fallsupervisionen, nach Einbringen von zwei Fällen in die Supervisionsgruppen sowie nach erfolgreicher Präsentation eines Abschlussprojektes wird das Zertifikat "Lösungsorientierte/r Traumafachberater/in" erteilt. 

Lehrende

Florian Rohe, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Sozialpädagoge (FH), tätig im Bereich Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Supervision und Führungskräftecoaching.

Marie Haberland, Sozialpädagogin (FH), Lösungsorientierte Kurzberaterin, Systemische Beraterin, Resilienzcoach, Antiaggressivitätstrainerin, Kinderschutzfachkraft, leitend tätig im Bereich Kinder- und Jugendhilfe und in eigener Beratungspraxis.

Kosten

2550,00 € pro Person inkl. Imbiss und Getränken

Status

In Planung. Die Weiterbildung findet voraussichtlich ab Herbst 2019 statt. Wir führen eine Interessentenliste. Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail über das Kontaktformular, dann halten wir Sie auf dem Laufenden.

KONTAKT

    © 2019 by Marie Haberland